Zirkel


Zirkel

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Zir|kel ['ts̮ɪrkl̩], der; -s, -:
1. Gerät zum Zeichnen von Kreisen:
mit dem Zirkel einen Kreis ziehen, schlagen.
2. Gruppe von Personen mit bestimmten gemeinsamen Interessen:
die Künstler bildeten einen Zirkel; sich in politischen, elitären, geheimen Zirkeln treffen; zu einem Zirkel gehören.
Syn.: Ausschuss, Gremium, Komitee, Kreis.
Zus.: Lesezirkel, Literaturzirkel, Musikzirkel, Schachzirkel, Studentenzirkel, Theaterzirkel.

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Zịr|kel 〈m. 5
1. Gerät aus zwei beweglich an einem Ende verbundenen Schenkeln, deren einer in eine scharfe Spitze (zum Einstechen ins Papier) ausläuft u. deren anderer eine Bleistiftmine trägt, zum Zeichnen von Kreisen (Bleistift\Zirkel)
2. ähnl. Gerät mit zwei Spitzen zum genauen Messen von Entfernungen in geometr. Figuren, auf Landkarten usw. (Stech\Zirkel)
3. Kreis, Kreislinie
4. 〈fig.〉 mehrere Personen, die zu einem bestimmten Zweck regelmäßig zusammenkommen (Lese\Zirkel)
5. monogrammartig verschlungener Schriftzug (als Abzeichen einer student. Verbindung)
6. 〈Reitsp.〉 kreisförmige Reitfigur (mit einem Durchmesser von ca. 20 m)
● literarischer \Zirkel; auf dem \Zirkel reiten [<ahd. zirkil <lat. circulus; Verkleinerungsform zu circus „Kreis“, grch. kirkos; die Bedeutung „Gerät zum Kreiszeichnen“ <lat. circinus, grch. kirkinos „Zirkel“]

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Zịr|kel , der; -s, - [mhd. zirkel, ahd. circil < lat. circinus = Zirkel, wohl unter Einfluss von: circulus = Kreis(linie), zu: circus, Zirkus]:
1. Gerät zum Zeichnen von Kreisen, Abgreifen von Maßen o. Ä., das aus zwei beweglich miteinander verbundenen ↑ Schenkeln (3) besteht, von denen der eine am unteren Ende eine nadelförmige Spitze, der andere eine Bleistiftmine, eine Reißfeder o. Ä. hat:
mit dem Z. einen Kreis ziehen, schlagen.
2. (seltener) Kreis (2), Ring:
sie standen in einem Z. um das Feuer.
3. [wohl unter Einfluss von frz. cercle < gleichbed. lat. circulus] miteinander verbundene Gruppe von Personen mit gleichen Interessen od. persönlichen Beziehungen:
ein intellektueller, literarischer Z.;
der engste Z. war versammelt.
4. (Musik) Kurzf. von Quintenzirkel.
5. (Wissensch.) Kurzf. von Zirkelschluss.

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I
Zịrkel
 
[von lateinisch circulus »Kreis«] der, -s/-,  
 1) allgemein: eng miteinander verbundener Personenkreis.
 
 2) Astronomie: Cịrcinus, Abkürzung Cir, kleines Sternbild des Südhimmels in der Nähe der Sterne α und β Centauri (Sternbild Kentaur). Sein hellster Stern ist α Circini (3m,19).
 
 3) studentisches Brauchtum: von den studentischen Orden übernommene, die Verbindungszugehörigkeit kennzeichnende monogrammartige Verschlingung des Anfangsbuchstabens der Verbindung oder ihres Wahlspruches, z. B. bei vielen Burschenschaften: EFV (Ehre, Freiheit, Vaterland). Oft wird der Anfangsbuchstabe des Namens der Verbindung mit den Buchstaben vcf (für lateinisch vivat, crescat, floreat, »sie lebe, wachse, blühe«) verschlungen.
 
 4) technisches Zeichnen: ein Hilfsmittel, v. a. zum Zeichnen von Kreisen. Der Zirkel besteht im Allgemeinen aus zwei Schenkeln, die in einem Kopfscharnier durch Reibung in jeder Spreizlage festgehalten werden. Beim Einsatzzirkel tragen Einsätze an den Schenkelenden Spitzen, Bleistiftminen oder Tusche-(Reiß-)Federn. Für sehr kleine Kreise ist beim Nullenzirkel der eine Schenkel nur wenig, aber mit Schraubgewinde genau abspreizbar. Für sehr große Kreise dienen Zirkel mit Verlängerungseinsätzen oder der Stangenzirkel, eine Stange mit aufgeschobenen Spitzen und Mine oder Reißfeder. Zirkel dienen auch zum Abgreifen von Maßen (Taster) und Übertragen von Strecken: Der Stechzirkel hat Spitzen an beiden Schenkeln, beim Teilzirkel stellt man den Spitzenabstand mit einer Schraube ein, der Planimeterzirkel hat einen verstellbaren Schenkelanschlag. Der Reduktionszirkel zum Vergrößern oder Verkleinern von Zeichnungen hat an jedem Schenkelende eine Spitze. Der Schenkelkreuzungspunkt kann so eingestellt werden, dass die Spitzenabstände auf beiden Seiten in einem gewünschten Verhältnis zueinander stehen. - Sonderformen sind Ellipsenzirkel, Hyperbelzirkel, Evolventenzirkel u. a., Zeichengeräte mit Kurven- oder Gelenkgetrieben zum Zeichnen von Kegelschnitten und ähnlichen Kurven.
 
II
Zịrkel,
 
Ferdinand, Mineraloge und Petrograph, * Bonn 20. 5. 1838, ✝ ebenda 11. 6. 1912; Professor in Lemberg, Kiel, Leipzig. Zirkel förderte die mikroskopische Gesteinsuntersuchung, die er bei dem englischen Gelehrten Henry Clifton Sorby (* 1826, ✝ 1908) kennen gelernt hatte.
 
Werke: Lehrbuch der Petrographie, 2 Bände (1866); Die mikroskopische Beschaffenheit der Mineralien und Gesteine (1873).

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Zịr|kel, der; -s, - [mhd. zirkel, ahd. circil < lat. circinus = Zirkel, wohl unter Einfluss von: circulus = Kreis(linie), zu: circus, ↑Zirkus; 3: wohl unter Einfluss von frz. cercle < gleichbed. lat. circulus]: 1. Gerät zum Zeichnen von Kreisen, Abgreifen von Maßen o. Ä., das aus zwei beweglich miteinander verbundenen Schenkeln (3) besteht, von denen der eine am unteren Ende eine nadelförmige Spitze, der andere eine Bleistiftmine, eine Reißfeder o. Ä. hat: mit dem Z. einen Kreis ziehen, schlagen. 2. Kreis (2), Ring: die Pfadfinder standen in einem Z. um das Feuer; Ü Der Z. dieses elften Februars schließt sich (Werfel, Bernadette 78). 3. miteinander verbundene Gruppe von Personen mit gleichen Interessen od. persönlichen Beziehungen: ein intellektueller, schöngeistiger Z.; der engste Z. war versammelt; ein ... unerschöpfliches Thema immer wieder in den literarischen -n Roms (Ransmayr, Welt 44); dann können sich um solche Wahnsinnige Z. und Sekten von Hörigen scharen, die ihrem Oberhaupt blindlings überallhin zu folgen bereit sind (Richter, Flüchten 95). 4. (Reiten) Figur, bei der im Kreis geritten wird. 5. einem Monogramm ähnliches kreisförmiges Symbol einer studentischen Korporation. 6. (DDR) Arbeitsgemeinschaft: Selbst ständig beim Lernen, betreut Parteifreund Dr. Thomas Koppe einen Z. von 12 Studenten, die er bei der Arbeit an ihrem Diplom unterstützt (NNN 10. 12. 88, 8); Seit mehr als zehn Jahren gibt es in Roßlau einen Z. schreibender Arbeiter (Freiheit 24. 6. 78, 5); in einem Z. lernen. 7. (Musik) kurz für ↑Quintenzirkel. 8. (Wissensch.) kurz für ↑Zirkelschluss.

Universal-Lexikon. 2012.


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